Zwischen den Welten

Neu! Karl Heinz Erkrath
Zwischen den Welten
50 Jahre aus der Werkstatt eines >>Unzeitgemäßen<<
Scharfsinnige Betrachtungen zum Musiktheater und Zeitgeist

ca. 320 Seiten mit über 50 sw.-und Farbbildern. Großformat. Klappenbroschur

Der in Dresden geborene Autor hat seinen Lebens- und Werkbericht »Zwischen den Welten« genannt. Sogleich wird man neugierig und fragt: Was ist das denn? Nun, Karl Heinz Erkrath hat in drei Systemen auf und hinter den Bühnen als Sänger, Darsteller und Regisseur des Musiktheaters gearbeitet und zieht in diesem Buch eine ungewöhnliche Bilanz. Dieses Buch ist gleichsam der Spielplan eines aufregenden Lebens in Kunst und Kultur. Er reicht besonders von Mozart über Rossini, Donizetti, Verdi, Lortzing und Richard Strauß, der häufig als der letzte Klassiker bezeichnet wird. Eine Sonderstellung nehmen seine Inszenierungen der deutschen Romantiker Carl Maria von Weber und Richard Wagner ein. Seine aufsehenerregenden Operetteninszenierungen schließlich reichten von Jacques Offenbach über Paul Abraham bis zu Franz Lehär, dem Meister der Silbernen Epoche der Operette.
Zwischenwelten waren seine Arbeitsplätze und Wirkungsstätten in der kommunistischen DDR, im sozialistischen Ungarn und in der kapitalistischen Bundesrepublik Deutschland. Sehr aufmerksam registrierte der Autor die verschiedenen Gesellschaftssysteme, deren Ideologien insbesondere das Kulturleben beeinflussten. Hatte in der DDR der Klassenkampf zu einer Zementierung einer sozialistischen Kulturdoktrin, insbesondere auch im Theaterbereich, geführt und erlaubte nur minimale Eigenheiten, konnte er hingegen in Ungarn seine Inszenierungen in voller gedanklicher Freiheit gestalten. In Beiden erzielte er überragende Erfolge, die nicht nur den Theaterbesuchern, sondern auch ihm als beglückende Arbeiten in Erinnerung bleiben. Die dritte Ebene seines Wirkens führte schließlich auf die Bühnen der Bundesrepublik. Er wurde hier mit völlig neuen, unerwarteten Konzepten konfrontiert.

Wie einst von dem kommunistischen Ideologen Antonio Gramsci gefordert, hatten sich die »Achtundsechziger« auf ihrem Marsch durch die Institutionen vorrangig die Deutungshoheit über den Kulturbetrieb und die Theaterwelt erobert. Das Regietheater ersetzte Werktreue. Erkrath begriff schnell, dass das Erbe der Frankfurter Schule sich an Strategen wie Georg Lukacs und dessen Ansinnen nach »absoluter Kompromiss- und Skrupellosigkeit im Kampf gegen religiöse oder christliche Werte und Absage an jede Moral« orientierte. Hier fand der Autor während seiner Tätigkeit eine Gesinnung vor, die auf dieser Ideologie fußt und durch öffentliche Subventionierung dazu beiträgt, den demografischen Niedergang der autochthonen Bevölkerung und deren geplante Zerstörung zu beschleunigen. Diese Entwicklung verstärkte sich nach 1990 dramatisch, und inzwischen dürfte Deutschland das einzige Land sein, das seine eigene Vernichtung bewusst gewählt hat und diesen Untergang auch noch großzügig finanziert. Jüngstes Beispiel dieser Kulturtötung ist die aktuelle Tannhäuser-Inszenierung in Bayreuth, die nicht nur eine Verhöhnung des Meisters ist, sondern auch in Firlefanzerei ohne Tiefgang versiegt.
Erkrath hat sich mit der ihm eigenen Kraft gegen diese dekadente Entwicklung gestemmt und überaus erfolgreiche Inszenierungen erarbeitet, die Gegenpositionen beziehen und die besondere Verantwortung gegenüber dem Komponisten und dem Zuhörer unterstreichen. Diese konservative Grundhaltung vertritt Erkrath in den beiden anderen Teilen seines Buches, in denen er sich mit den Werken der Komponisten, ihrem Leben und Nachwirken auseinandersetzt. Hier gelingt es ihm aufgrund seiner 50 jährigen Bühnenerfahrung, ein freiheitliches Bild des deutschen Musiktheaters zu entwerfen, das in einer kulturpolitischen Epoche von Dekadenz und Niedergang eine erlösende Ausnahme ist.
 

Preis:

29,80 EUR

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Zwischen den Welten